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Fachtag im STZ Lappersdorf-Regensburg

A2020 03 FT LAPm Montag, den 9. März, feierte das Soziotherapeutische Zentrum (STZ) Lappersdorf-Regensburg im Rahmen eines Fachtages ein Doppeljubiläum: zum einen wurde das 15-jährigen Bestehen der Wohnstätte Haus am Regen für suchtkranke Menschen, zum anderen 10 Jahre Betreutes Wohnen für suchtkranke Menschen in der Stadt und dem Landkreis Regensburg gefeiert.

Geschäftsführer Peter Weiß begrüßte die Gäste der seit Wochen ausgebuchten Veranstaltung, ehe stv. Bürgermeister Königsberger Grußworte des Marktes Lappersdorf überbrachte und die guten Beziehungen der Einrichtung zum Markt Lappersdorf hervorhob.

Sozialteam selbst bietet an einigen seiner Standorte, unter anderem im Haus am Regen in Lappersdorf, beschützte Angebote für Menschen an, die Ihre Gesundheit und/oder ihr Leben erheblich gefährden. Peter Weiß und STZ-Leiterin Susanne Hirmer führten in das Thema des „Wohltätigen Zwanges“, welcher sich unter anderem in Zwangsmaßnahmen, wie beispielsweise eine beschützte Unterbringung von Betroffenen ausdrückt, ein. Ausgehend davon wurde dieses Thema in einem Hauptvortrag und mehreren praxisbezogenen Workshops näher beleuchtet.

Sozialteam konnte für den Hauptvortrag Herrn Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepol gewinnen. Als Mitglied des Deutschen Ethikrates hielt er einen äußerst abwechslungsreichen und informativen Hauptvortrag, welcher das Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung mit Zwangsmaßnahmen, die mit Wohltätigkeit und Fürsorge begründet werden, beleuchtete.

„Einerseits schränkt der ‚wohltätige Zwang‘ die Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten des Betroffenen ein. Andererseits ist der ‚wohltätige Zwang‘ gerade im Hinblick auf eine schwerwiegende Selbstgefährdung zwingend geboten. Er darf aber nur angewandt werden, wenn der Nutzen für das subjektive Wohl des Betroffenen den nahezu zwangsläufigen Schaden, der durch die Zwangsmaßnahme verursacht wird, deutlich überwiegt.“ Prof. Dr. Lob-Hüdepol

In praxisorientierten Workshops wurde das Thema im Anschluss aus verschiedenen Perspektiven näher beleuchtet, ehe in einem gemeinsamen Abschlussplenum Resumee gezogen wurde. Dr. Christian Weiß, Sozialteam-Geschäftsführer in zweiter Generation, fasste zusammen: „Das ethische Dilemma des wohltätigen Zwanges lässt sich naturgemäß nicht vollständig auflösen. Umso wichtiger ist es für uns Professionelle, sich dessen bewusst zu sein und in individuellen Entscheidungssituationen genau abzuwägen. Die Rückmeldung zur heutigen Veranstaltung war von vielen Teilnehmern, dass hier wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit gewonnen werden konnten.“