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Musik und Bewegung bringt Schwung und Freude

Mit einem musikalischen „Griaßts eich God“ werden jeden Donnerstag und Freitag die Bewohner des Senioren-Servicehauses Hainsacker Willkommen geheißen. Regelmäßig nehmen im Schnitt 15 Teilnehmer gemeinsam das musikalische Angebot im Wohnzimmer des Hauses wahr. In gemütlicher Runde werden alte Volkslieder angestimmt und der eine oder andere Schlager aus vergangener Zeit gesungen.

Wer Lust hat, erzählt eine Anekdote aus dem eigenen Leben und gespannt lauschen alle den Geschichten und tauchen nicht selten selbst in Erinnerungen an frühere Zeiten ein.

Auch bewegungsorientierte Einheiten sind ein fester Bestandteil der Gruppe und sorgen für aktive Mobilisierung. Hier wird musikalisch gewandert oder bei einer lustigen Seefahrt der Körper wieder in Schwung gebracht. Spaß und Freude kommen dabei natürlich nicht zu kurz.

Zwischendurch stärken sich alle bei einer gemütlichen Trinkpause mit Stimmungs- und Guter-Laune-Musik. Hier wird geschunkelt und so mancher Text mitgesungen. „Trink, Trink, Brüderlein trink...“ Gemeinsamkeit wird erlebt und erfahren.

Anschließend sind die Bewohner fit genug für etwas Gehirnjogging und so manchem Ratespiel. Gemeinsam bewältigen sie viele kleine Denkaufgaben und sind mit Ehrgeiz und Konzentration dabei. Nach geleisteter Kopfarbeit nehmen die Bewohner gerne das Angebot an, mit Rhythmus-Instrumenten oder Tüchern so manches Lied zu begleiten.

Viel zu schnell geht oft die Stunde vorbei - als Abschiedsritual gibt es ein musikalisches auf Wiedersehen.

„Pfiat eich God“ und bis zum nächsten Mal! 

Therapeutischer Hintergrund zur Musik und Bewegung mit Demenzkranken

Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten prophylaktischen und therapeutischen Mitteln gegen typische Einschränkungen und Erkrankungen des Alters, hilft nachweislich, Alterungsprozesse zu verlangsamen und hat lebensverlängernde Wirkung.

Wenn sich Demenzkranke schwer mobilisieren lassen, soll man daran denken, dass wohl keine Bewegungsart für sie lustvoller ist als das Tanzen. Dabei gehört das Tanzen auch zu den Aktivitäten, die die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an einer Demenz deutlich senken.

Musik ist ein nonverbales und emotionales Medium, das Zugangswege und Begegnungsräume mit den nur noch begrenzt kommunikationsfähigen Bewohnern schaffen kann. Sie kann dazu führen, dass sie sich besser fühlen und ihnen zudem Sicherheit und Orientierung geben, weil sie sich an etwas erinnern oder in einer Situation besser zurechtfinden.

Musik kann den Kontakt und die Beziehung zu den Pflegekräften oder Angehörigen erleichtern, innere Unruhe und Anspannung herabsetzen und die Erinnerung aktivieren. Durch Musik lassen sich Ereignisse und Erlebnisse aus der Vergangenheit in Erinnerung rufen, die sich als Anknüpfungspunkte für Biografiearbeit anbieten.

Weitere positive Effekte von Musik:

  • Ängste und Depressionen werden gemildert
  • Schmerzreduktion
  • Stimmungsaufhellung
  • Aktivierung von passiven Kranken
  • Beruhigung von aggressiven Erkrankten
  • Positive Beeinflussung des sozialen Verhaltens

 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Musik und Bewegung ein Mittel ist, um Demenzkranken in ihrer eigenen Erlebniswelt zu erreichen, ihnen Halt zu geben und ihre Lebensqualität zu verbessern.