Staatssekretärin Katrin Staffler zu Gast bei Sozialteam

Austausch über die Zukunft der Pflege und Eingliederungshilfe

Politik und Praxis müssen miteinander im Gespräch bleiben. Genau deshalb haben wir uns sehr gefreut, die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Frau Staatssekretärin Katrin Staffler, gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer bei Sozialteam im Senioren-Servicehaus Hainsacker begrüßen zu dürfen.

Im Mittelpunkt des Austauschs in unserem Senioren-Servicehaus Hainsacker standen die aktuellen Herausforderungen der Pflege und Eingliederungshilfe sowie die geplanten Reformvorhaben der Bundesregierung. Gemeinsam mit den Sozialteam Geschäftsführern Dr. Christian Weiß und Peter Weiß sowie Andreas Neugirg und Jennifer Graser wurden die Auswirkungen der geplanten gesetzlichen Änderungen auf die tägliche Versorgungspraxis und auf die Leistungserbringer intensiv diskutiert.

Ein zentrales Anliegen war die Schaffung verlässlicher und wirtschaftlich tragfähiger Rahmenbedingungen für die Pflege. „Für eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung benötigen wir als Anbieter verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen“, betonte Geschäftsführer Dr. Christian Weiß.

Im Gespräch wurden unter anderem folgende Themen angesprochen:

  • Sicherung der Refinanzierung guter Löhne: Die vollständige Refinanzierung tariflicher Vergütungen muss auch künftig gewährleistet sein. Der derzeit vorgesehene Refinanzierungsdeckel auf Basis der Grundlohnsumme wird aus Sicht von Sozialteam diesem Anspruch nicht gerecht.
  • Wirtschaftliche Stabilität der Leistungserbringer: Reformen in der ambulanten und stationären Pflege dürfen weder die Versorgung der Menschen verschlechtern noch die wirtschaftlichen Risiken der Einrichtungen erhöhen. Erforderlich sind verlässliche Finanzierungsstrukturen, eine bessere Risikobegrenzung und eine nachhaltige Liquiditätssicherung.
  • Mehr Flexibilität in der Versorgung: Die geplanten Änderungen beim Entlastungsbudget könnten die Weiterentwicklung der Tagespflege erschweren. Statt starrer Einzelbudgets braucht es flexiblere Versorgungsmodelle und eine stärkere Überwindung bestehender Sektorengrenzen.
  • Fachkräftesicherung: Um ausreichend Personal für die Pflege zu gewinnen und langfristig im Beruf zu halten, sind wirksame Maßnahmen notwendig. Dazu gehören unter anderem pragmatische Lösungen bei der Anerkennung ausländischer Pflegefachkräfte sowie eine verlässliche Finanzierung attraktiver Arbeitsbedingungen.

An dem Gespräch nahmen außerdem Dr. Franz Rumstadt, Bürgermeister des Marktes Lappersdorf, und Dominik Schindlbeck, Bürgermeister der Gemeinde Barbing, teil. Sie brachten die Perspektive der Kommunen in die Diskussion ein und unterstrichen die Bedeutung einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur vor Ort.

Der Austausch verlief offen, konstruktiv und wertschätzend. Auch wenn nicht in allen Punkten Einigkeit erzielt werden konnte, waren sich alle Beteiligten darin einig, dass die Zukunft der Pflege und der Eingliederungshilfe nur im engen Dialog zwischen Politik, Kostenträgern und Leistungserbringern erfolgreich gestaltet werden kann. Die Erfahrungen aus der täglichen Praxis müssen dabei konsequent in politische Reformen einfließen.

Sozialteam bedankt sich herzlich bei Staatssekretärin Katrin Staffler für ihren Besuch und den offenen Austausch sowie bei Bundestagsabgeordnetem Peter Aumer für die Einladung und den kontinuierlichen Dialog zu den Herausforderungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft.

 

Frau Staatssekretärin Katrin Staffler und Bundestagsabgeordneten Peter Aumer im Dialog mit Sozialteam
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