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Projekt FreD Görlitz

Nicht wegschauen, sondern handeln

Junge Menschen vor Risiken des Rauschmittelkonsums zu schützen, ist nicht nur die Aufgabe eines Einzelnen. Jeder Erwachsene steht in der Verantwortung, möglichst früh zu handeln, wenn Jugendliche im Zusammenhang mit riskantem Rauschmittelkonsum auffallen. Wegsehen zählt also nicht. Das gilt umso mehr für Personen, die an Orten tätig sind, an denen die Jugendlichen auffällig werden. Insbesondere bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder in der Jugendhilfe im Strafverfahren. Aber auch in der Schule, am Arbeitsplatz oder in einer Jugendfreizeiteinrichtung. Für diese Personen bietet FreD einen erprobten und erfolgversprechenden Ansatz, um einerseits erzieherisch tätig zu werden und andererseits junge Menschen in einer herausfordernden Lebensphase zu unterstützen.

Logo FreDFreD ist die Abkürzung für „Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“. Das Programm richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Rauschmitteln auffällig geworden sind. Wenn jemand mit Alkohol oder illegalen Drogen auffällig wird, hat das in der Regel Folgen – strafrechtlich bei der Polizei oder disziplinarisch in der Schule bzw. im Job. Durch eine erfolgreiche Teilnahme am FreD – Kurs können mögliche Konsequenzen (z.B. gerichtliche Auflagen, Schulverweise, etc.) gemildert oder verhindert werden. Dabei ist das vorrangige Ziel von FreD, junge Menschen zu motivieren, sich mit ihrem Konsum auseinander zu setzen und diesen zu reflektieren. Damit schließt FreD die Lücke zwischen der universellen Prävention (also Programmen, die sich an breite Bevölkerungsschichten richten) und der Suchtbehandlung.

Entwicklerin des FreD-Programms ist die LWL-Koordinationsstelle Sucht in Münster. Ins Leben gerufen wurde FreD im Jahr 2000; über die Jahre hat sich das Programm stetig weiter entwickelt. Als Bundesmodellprojekt lag der Schwerpunkt auf Cannabiskonsumenten, der Zugang erfolgte in der Regel über die Polizei und Justiz. Im Rahmen der europäischen Verbreitung kam die Auffälligkeit mit Alkohol sowie (Meth-)Amphetamin hinzu; ergänzt wurden auch die Zugangswege, zum Beispiel über die Schule, den Betrieb oder die Jugendhilfe. Die Erfahrungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern zeigen, dass diese Weiterentwicklungen die Wirksamkeit von FreD noch erhöhen.

Und das Konzept hat Erfolg!

In wissenschaftlichen Untersuchungen (Forschungsinstitut FOGS / Köln) konnte erhoben werden, dass rund 49 % der Kurs-Teilnehmer den Konsum von illegalen Drogen eingestellt haben. Von den rd. 51%, die weiterhin zu illegalen Drogen griffen, haben 73 % ihren Konsum eingeschränkt. Ebenso konnte das Zugangsalter ins Suchthilfesystem, um ca. 7 Jahre, auf durchschnittlich 16,9 Jahre gesenkt werden.

Zielgruppe

FreD richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die (erstmals) auffallen, weil sie riskant mit Alkohol oder illegalen Drogen umgehen. Die Frage, ob die Teilnahme an einem FreD – Kurs für den betroffenen Jugendlichen geeignet ist, klärt der zuständige FreD – Trainer im Vorfeld.

STZ-Leitung:

Carol Blatt, Diplom Sozialpädagogin, Suchttherapeutin (verhaltenstherapeutisch orientiert)

Sie wünschen weitere Informationen:

Sozialteam - Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle Görlitz
Jakobstraße 24
02826 Görlitz
Telefon (0 35 81) 30 69 95
Telefax (0 35 81) 30 69 97

Ihr Ansprechpartner:
Herr Niko Hippauf
Dipl. Sozialarbeiter/-pädagoge (FH), zertifizierter FreD - Trainer
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