Telefon: (09 41) 29 84 99 - 0 Fax: - 800 E-Mail

Migrationsberatung Kelheim veröffentlicht Sachbericht für 2020

Trotz Corona lief auch in 2020 die Beratung durch die Migrationsberatung (MBE) Kelheim auf vollen Touren.2020 Logo Mbeon MBE

Die beiden Berater*innen waren vollumfänglich damit beschäftigt, die vielen Anfragen und komplexen Beratungsanfragen zu bewältigen.

Knapp hundert Ratsuchende beriet in 2020 eine Vollzeitstelle. Dabei gab es deutliche Änderungen im Geschlechterverhältnis: Während im Jahr 2019 deutlich mehr Männer die MBE aufsuchten, nehmen nun auch wieder mehr Frauen das Angebot wahr. Im Jahr 2020 waren 58,51 % (2019: 67,03 %) aller Ratsuchenden männlich. Frauen bildeten 41,49 % (2019: 31,97 %) der Ratsuchenden.

Der Anteil der Ratsuchenden aus Syrien blieb auch in 2020 weiterhin sehr hoch, auch wenn er sank. Während 2019 47,25 % aller Ratsuchenden das Herkunftsland Syrien angaben, waren es 2020 31,92 %. Als zweit- und drittstärkstes Herkunftsland galten 2020 Afghanistan mit 8,51% (2019: 8,73 %) und das ehemalige Jugoslawien mit 6,78 % (2019: 1,09 %).

Der Anteil der EU-Bürger/-innen in der Beratung ist seit 2019 verhältnismäßig stark gestiegen (2019: 10,99 %; 2020: 15,90 %). Diese Gruppe bildete in 2020 mit ihren Problemlagen und Fragen eine wichtige Klientel.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Beratungsinhalte deutlich komplexer werden: Weiter eine sehr hohe Priorität hat die unzureichende Versorgung mit adäquatem Wohnraum. Zu den zentralen Beratungsthemen und zugleich Problemlagen zählte auch die Familienzusammenführung, welche weiter mit vielen schwer überwindbaren z.B. administrativen Hürden verbunden. Der Integrationsprozess der Ratsuchenden wurde aufgrund der Sorge um Familienangehörige, die oft unter dramatischen Umständen in Herkunfts- oder Transitländern verbleiben, negativ beeinflusst. Des Weiteren veränderte die anhaltende Corona-Pandemie den Beratungsalltag und führte zu anderen Problemlagen wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld, Betreuung und Beschulung der Kinder bei den Klient*innen.

Vermehrt wurden weiterhin Belastungen beobachtet, ausgelöst durch Traumata, Heimweh, Trennung von der Familie, und daraus resultierende psychosoziale Probleme. Die Arbeit mit psychisch stark belasteten oder erkrankten Ratsuchenden verlangten von den Berater*innen eine hohe Sensibilität und eine gute Vernetzung mit spezialisierten Einrichtungen (vor allem Psychosozialen Zentren). Die Vermittlung an entsprechende Hilfen war aufgrund von fehlenden Therapieplätzen und Sprachbarrieren erschwert.

Ein ganz herzlichen Dank den Berater*innen für ihre engagierte Arbeit.
Hier können Sie Kontakt mit der MBE Kelheim aufnehmen.